ChatGPT oder eigene KI?
Für viele Unternehmen ist ChatGPT die richtige Antwort. Für manche nicht. Diese Seite hilft bei der Unterscheidung – auch wenn das Ergebnis gegen uns ausfällt.
Wann lohnt sich eine eigene KI statt ChatGPT?
Eine eigene KI lohnt sich, wenn regelmäßig Daten verarbeitet werden, die das Unternehmen nicht verlassen dürfen, oder wenn KI so intensiv genutzt wird, dass die Kosten pro Nutzer und Monat spürbar werden. In allen anderen Fällen ist ChatGPT günstiger, schneller verfügbar und im Ergebnis meist besser.
Das ist keine bescheidene Floskel. Wir raten regelmäßig von eigenen Systemen ab, wenn ein Unternehmen KI gelegentlich für Textentwürfe nutzt. Dafür einen Server zu betreiben, ist teurer und schlechter.
allgemeinen Texten, Recherche, Übersetzungen, Code – ohne vertrauliche Inhalte.
Mandanten-, Patienten- und Personaldaten, Verträgen, internem Wissen.
Der Vergleich in sechs Punkten
Verglichen wird ChatGPT in einem Geschäftstarif gegen eine selbst betriebene KI auf eigener oder allein für Sie betriebener Hardware.
| ChatGPT | Eigene KI | |
|---|---|---|
| Antwortqualität | Bei anspruchsvollen Aufgaben spürbar besser | Für Büroaufgaben ausreichend, bei komplexem Denken schwächer |
| Ihre Daten | Verlassen das Haus; Verarbeitung teils außerhalb der EU | Bleiben im eigenen Netz, technisch nachweisbar |
| Kostenverlauf | Pro Nutzer und Monat, wächst mit der Belegschaft | Einmalige Anschaffung plus Betrieb, unabhängig von der Nutzerzahl |
| Firmenwissen | Nur was hochgeladen wird, in Grenzen | Vollständige Anbindung an Wiki, Dateien, Ticketsystem |
| Verfügbar ab | Sofort | Wochen bis wenige Monate |
| Betriebsaufwand | Keiner | Ein Server, der gepflegt werden muss – intern oder von uns |
Was Sie im Zweifel vorlegen können
Ob ein Anbieter sorgfältig arbeitet, ist selten die Frage. Die Frage kommt später und lautet anders: Was legen Sie vor, wenn eine Aufsichtsbehörde, ein Mandant oder ein Betriebsrat wissen will, wohin die Daten gegangen sind?
Bei einem Cloud-Dienst besteht der Nachweis aus Verträgen und Zusicherungen. Bei einem System im eigenen Netz besteht er aus der Netzwerkkonfiguration: Es gibt keine Verbindung nach außen, über die Daten abfließen könnten. Das ist ein anderer Grad an Belastbarkeit.
Für Berufsgruppen mit gesetzlicher Verschwiegenheitspflicht – Kanzleien, Steuerberatung, Arztpraxen – ist dieser Unterschied keine Vorliebe, sondern die Grundlage der Entscheidung. Die rechtliche Einordnung im Detail steht unter KI & Datenschutz.
Drei häufige Irrtümer
-
„Wir haben einen Vertrag zur Auftragsverarbeitung, also passt das.“
Der Vertrag regelt die Verantwortlichkeit. Er verhindert nicht, dass Daten in ein Land gelangen, dessen Behörden Zugriff verlangen können. -
„Die Server stehen doch in Europa.“
Der Standort allein entscheidet nicht. Maßgeblich ist auch, welchem Recht das betreibende Unternehmen unterliegt. -
„Eine eigene KI ist automatisch datenschutzkonform.“
Nein. Sie beseitigt den Drittlandtransfer. Zweckbindung, Berechtigungen und Betroffenenrechte müssen Sie trotzdem regeln.
Ab wann sich die Rechnung dreht
Cloud-KI kostet pro Kopf und Monat. Diese Rechnung wächst mit jeder Person, die Zugang bekommt. Eine eigene Maschine kostet einmal – und dann ungefähr gleich viel, ob zehn oder hundert Menschen sie nutzen.
Unsere KI-Server beginnen bei 6.800 € zum Kauf oder 200 € im Monat zur Miete. Alle Größen stehen offen auf der Seite KI-Server kaufen oder mieten. Ob sich das für Sie rechnet, hängt an zwei Zahlen: wie viele Menschen die KI nutzen und wie oft.
Was in solchen Rechnungen regelmäßig fehlt: Strom, Wartung und die Zeit von jemandem, der sich kümmert. Wir rechnen das mit, auch wenn das Ergebnis dann weniger eindrucksvoll ausfällt.
Der dritte Weg
Die Entscheidung ist kein Entweder-oder. Viele Unternehmen fahren zweigleisig: ChatGPT für allgemeine Aufgaben, die eigene KI für alles, was vertraulich ist.
Das ist oft die wirtschaftlichste Lösung, weil die eigene Maschine dann kleiner ausfallen kann. Welche Betriebsmodelle dazwischen liegen – vom eigenen Rack bis zur allein für Sie betriebenen Maschine im Rechenzentrum – steht unter Betriebsmodelle.
Ab 27 Nutzern ist die eigene KI günstiger
Gerechnet mit dem KI-Server 48 GB, der Standardgröße für Firmen-Chat, gegen ein Geschäftsabo zu 20 € pro Person und Monat. Alle Beträge netto.
| Monatlich | Server gemietet | Server gekauft (36 Monate) |
|---|---|---|
| Server | 300 € | 262 € |
| Wartung | 250 € | 250 € |
| Strom (rund 2 kWh am Tag) | 20 € | 20 € |
| Summe | 570 € | 532 € |
| Entspricht Abos für | 29 Personen | 27 Personen |
So lesen Sie die Zahl: Arbeiten bei Ihnen weniger als 27 Menschen regelmäßig mit KI, ist das Abo billiger. Darüber kostet jede weitere Person im Abo zusätzlich, auf dem eigenen Server nichts. Nach Ende der Kaufabschreibung fällt der Serveranteil weg, und die Grenze sinkt auf 14 Personen.
Was die Rechnung nicht enthält: Ihre eigene Zeit für Einführung und Schulung – die fällt bei beiden Wegen an. Und die Frage, ob Ihre Daten das Haus überhaupt verlassen dürfen. Ist die Antwort Nein, entscheidet nicht der Preis. Wie viele Anfragen ein Server gleichzeitig schafft, zeigt unser KI-Benchmark. Ob die großen Anbieter selbst an diesem Punkt nervös werden, haben wir im Blog aufgeschrieben: Haben OpenAI und Anthropic Angst vor uns?
Quellen
- ChatGPT Business: 20 US-Dollar pro Nutzer und Monat bei jährlicher Zahlung, nach der Preissenkung im April 2026 – Stand September 2026
- Server-, Miet- und Wartungspreise – Preisstand 19.08.2026
- Stromverbrauch gemessen am eigenen KI-Server (1,5 bis 2 kWh am Tag bei 8 Stunden Nutzung), angesetzt mit 30 Cent je kWh
Wo eine eigene KI schlechter ist
Diese Punkte stehen selten auf Anbieterseiten. Sie gehören zur Entscheidung.
Bei schwierigen Aufgaben
Bei langen Herleitungen, anspruchsvollem Code oder komplexer Analyse liegen die großen kommerziellen Modelle vorn. Offene Modelle haben aufgeholt, aber die Lücke ist nicht geschlossen.
Beim Tempo der Entwicklung
Ein neues Cloud-Modell steht über Nacht bereit. Bei einer eigenen Installation prüft jemand erst, ob es auf der vorhandenen Hardware läuft und ob die Lizenz den Einsatz erlaubt.
Beim Aufwand
Eine eigene KI ist ein Server. Er braucht Updates, Überwachung und jemanden, der reagiert, wenn etwas klemmt. Wer das nicht selbst leisten will, muss es einkaufen – auch das kostet.
Vier Fragen, die die Entscheidung meist klären
- Würde es Sie stören, wenn der Inhalt Ihrer typischen KI-Anfrage bei einem Dienstleister im Ausland läge?
- Unterliegen Sie einer gesetzlichen Verschwiegenheitspflicht?
- Sollen mehr als 27 Personen regelmäßig mit KI arbeiten? (Rechnung)
- Soll die KI auf internes Wissen zugreifen, das nirgends öffentlich steht?
Zweimal Ja und mehr spricht für eine eigene Lösung. Viermal Nein spricht klar für die Cloud – und dann sagen wir Ihnen das auch.
Wie ein Einstieg aussieht
Wenn die Antworten für eine eigene KI sprechen, beginnt es nicht mit einem Serverkauf, sondern mit einem klar abgegrenzten Anwendungsfall und einem Testbetrieb für wenige Wochen.
Den Ablauf beschreibt die Seite Wie man anfängt. Was in einem solchen System an Technik steckt, steht unter KI-Technologien.
Fragen zum Vergleich
Wann lohnt sich eine eigene KI gegenüber ChatGPT?
Wenn regelmäßig Daten verarbeitet werden, die das Unternehmen nicht verlassen dürfen, oder wenn so viele Menschen KI nutzen, dass die Kosten pro Kopf und Monat ins Gewicht fallen. In allen anderen Fällen ist ChatGPT günstiger, sofort verfügbar und bei anspruchsvollen Aufgaben besser. Ein eigener Server für gelegentliche Textentwürfe rechnet sich nicht.
Ist eine eigene KI so gut wie ChatGPT?
Für die üblichen Büroaufgaben ja: zusammenfassen, formulieren, einordnen, Auskunft aus eigenen Dokumenten geben. Bei langen Herleitungen, anspruchsvollem Code und komplexer Analyse liegen die großen kommerziellen Modelle weiterhin vorn. Offene Modelle haben stark aufgeholt, die Lücke ist aber nicht geschlossen.
Reicht ein Vertrag zur Auftragsverarbeitung nicht aus?
Er regelt die Verantwortlichkeiten, aber er verhindert keinen Zugriff durch Behörden des Landes, dessen Recht der Anbieter unterliegt. Auch ein Rechenzentrum in der EU ändert daran nichts, wenn das betreibende Unternehmen außereuropäischem Recht unterliegt. Läuft das System im eigenen Netz, entfällt diese Frage, weil es keine Übermittlung gibt.
Kann man beides parallel nutzen?
Ja, und für viele Unternehmen ist das die wirtschaftlichste Lösung: ChatGPT für allgemeine Aufgaben, die eigene KI für alles Vertrauliche. Die eigene Maschine kann dann kleiner ausfallen, weil sie nicht die gesamte Nutzung tragen muss.
- Warum eine eigene KI?
- KI selbst hosten
- Lokale KI: Hardware und Grenzen
- KI-Benchmark: eigene Messwerte
- Eigene Daten in die KI bringen
- Die eingesetzten Technologien
- KI-Modelle im Vergleich
- Datenschutz & DSGVO
- KI-Server & Preise
- KI-Portal: Tarife und Preise
- Wie eine eigene KI aufgebaut ist
- Betriebsmodelle im Vergleich
- Anwendungsfälle
- Häufige Fragen zur eigenen KI
- Demo: So arbeitet ein Firmen-Chatbot
- Wie man anfängt
Wir sagen Ihnen auch, wenn ChatGPT reicht.
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